FIFA 13 – Hands On

Am 21.05 veranstaltete Electronic Arts wieder einmal einen „Community-Event“ in der Rheinmetropole Köln. Dieses mal stand die Präsentation von FIFA13 im Vordergrund. Bei dieser stellte der FIFA Chef-Producer David Rutter grundlegende Änderungen im Gameplay vor. Dazu später mehr.

Der oben verwendete Begriff „Community-Event“ war bei diesem Event allerdings wohl nicht ganz angebracht, denn dieses mal waren nicht nur Community Vertreter da, sondern auch Journalisten, sowie Kamerateams.

Zurück zum eigentlichen Thema: FIFA13. Wie oben bereits erwähnt hielt der FIFA Chef-Producer David Rutter eine Präsentation über die grundlegenden Gameplay Änderungen ab. In dieser stellte er vor, dass es das Hauptziel gewesen sei in der Entwicklung von FIFA13, mehr Realismus sowie Dramatik zu integrieren. Der Realismus Part soll durch die First Touch Control Steuerung ins Spiel eingefügt werden, diese soll verhindern, dass Spieler die eine schlechte Ballbehandlung besitzen schwierige Bälle perfekt annehmen können, wie es in den vorherigen Teilen immer der Fall war. Anschließend wurden die weiteren Gameplay Änderungen präsentiert, das ganze wurde anhand von Vergleich Videos zwischen Premier League, FIFA12 und FIFA13 unterlegt. Dann war die Präsentation auch schon vorbei und David Rutter zog sich für Interviews mit den anwesenden Internet Portalen oder Journalisten zurück. Für den Rest der Anwesenden Meute waren nun die Konsolen eröffnet und man konnte endlich selber Hand anlegen, an einer sehr frühen FIFA13 Fassung!

Spielbar waren folgende Teams: Manchester City, Chelsea FC, Arsenal London, AC Milan, FC Barcelona, Olympique Lyon. Mit einer Halbzeitlänge von 6 Minuten. Im folgenden werde ich anhand der 5 Gameplay Änderungen unsere Eindrücke schildern.

Die Zweikämpfe stehen nun deutlich im Vordergrund

Die Zweikämpfe stehen nun deutlich im Vordergrund.

Der intensive Kampf um den Ball

Bei der Entwicklung von FIFA13 wollte man vor allem den intensiven Kampf um den Ballbesitz in den Fokus stellen. Bisher war es kaum möglich das Gewicht seines Spielers zwischen Ball und Gegenspieler zu stellen. Dies ist nun grundlegend anders, in FIFA13 wird dies im Defensivspiel zur überlebenswichtigen Funktion. Wenn ein Pass zu lang kommt kann man nun den Angreifer abdrängen und man muss nicht ins Laufduell gehen. Zusätzlich kann man per Tastendruck am Trikot ziehen oder den Gegner leicht schubsen. Vorsicht: Wer hier übertreibt, muss mit Strafen des Schiedsrichters rechnen

Beim spielen fiel dieses neue Feature auf, ohne Frage. Nun war es endlich möglich den Körper seines ausgewählten Spielers einzusetzen und so konnte man auch oft den Ball gezielt ablaufen. Allerdings hatte das ganze auch eine Schattenseite. Durch einfaches reinlaufen in den Spieler der gerade verteidigt, konnte man leicht einen Elfmeter schinden. Die Schiedsrichter kamen mit diesem neuen Feature auch (noch) nicht klar, diese pfiffen äußerst kleinlich und oftmals konnte man die abgepfiffenen Fouls nicht nachvollziehen. Hier kann sich aber sicher sein, dass sich EA Sports noch mal ans Feintuning setzen wird.

First Touch Control – Die realistische Ballannahme

Die neue „First Touch Control“ ist sicherlich das grundlegendste neue Feature welches man am meisten spürt. Aufgabe der neuen Ballannahme ist es, mehr Realität ins Spiel einfließen zu lassen. Von fortan ist es einem Marcel Maltritz nicht mehr möglich einen hohen Ball oder einen zu stark gespielten Pass perfekt zu kontrollieren. In solchen Situationen springt nun der Ball vom Fuß weg. Nun muss man sich in der Defensive entscheiden, ob man den Ball direkt wegschlagen möchte oder man es riskiert, den Ball anzunehmen und ihn eventuell, wenn man denn in Bedrängnis ist, zu verlieren.

In der Praxis fiel das ganze extrem auf, in unseren Augen zu extrem. Das schlimme ist, dass in dieser frühen Version kein Unterschied zwischen „Ballkünstlern“ oder weniger technisch versierten Kickern gemacht worden ist. Ob ein David Silva, ein Boateng oder ein Zlatan Ibrahimovic. Bei allen Spielern versprangen die Balle. Der Ansatz der First Touch Control ist aber gut, und unserer Meinung nach macht dieser auch Sinn. Jedoch fehlt aktuell noch das Feintuning und dieses wird auch noch nachgeholt, das versprach David Rutter noch am Ende seiner Präsentation. Den Faktor Realismus baut man mit dieser neuartigen Ballannahme aber sicherlich ein, genauso hat man damit die Lob Pässe etwas entschärft, denn hohe Bälle sind nun viel schwerer anzunehmen, als flache.

Negativ ist, dass sich die „First Touch Control“ nicht auch auf die Pässe ausweitet. Hier kann man immer noch „One-Touch Pässe“ spielen wie man lustig ist. Die grenzen des Machbaren werden dabei leider zu oft überschritten. Wir haben vor allem die Befürchtung das man Online im neuen Teil komplett auf die Ballannahme verzichtet und man lieber durch „Ping-Pong Pässe“ zum Erfolg kommen möchte. Warten wir mal ab, wie sich das entwickelt.

Hier ein Beispiel für die neue Attacking Intelligence

Hier ein Beispiel für die neue Attacking Intelligence

Attacking Intelligence – Neue Variationen im Angriff

Wer kennt es nicht? Man läuft mit seinem Spielmacher in Richtung Gegnerisches Tor und man möchte den Ball möglichst Erfolg bringend loswerden. Option A: Die Flügelspieler. Doch diese stehen wie angewurzelt da und laufen sich nicht frei. Ein Pass würde keinen großen Sinn machen. Option B: Der Mittelstürmer. Doch dieser rennt los und läuft natürlich mitten ins Abseits. Das schlimme ist, er macht natürlich keinel Anstalten zurück zu laufen, er bleibt im Abseits stehen. Solche oder ähnliche Situationen kennt man aus FIFA12 nur zur Genüge. Ein Glück das diese nun der Vergangenheit angehören. Mit der neuen „Attacking Intelligence“ laufen sich die Spieler frei und signalisieren durch Körpersprache wann der optimale Moment ist, den Ball zu passen. Zusätzlich stoppen sie vorher oder laufen zurück, wenn Gefahr besteht, dass sie ins Abseits laufen.

Im Spiel klappt dies auch super, so bekommt man im Angriffsspiel ganz neue Möglichkeiten sowie Variationen. Top. Bleibt abzuwarten ob die Balance zwischen Offensive und Defensive immer noch funktioniert oder die Offensive nun zu stark ist. Am „Contained defenden“ führt nun aber kein Weg mehr vorbei. Sobald man eine Lücke aufgerissen hat, nutzt die Angreifende-KI diese und läuft auch schon in diese hinein. In den meisten Fällen enden solche „Fehler“ dann mit einem Gegentor.

Complete Dribbling

Mit Precision Dribbling bei FIFA12 und der 360 Grad-Steuerung bei FIFA11 wurden über die letzten Jahre elementar wichtige Features für die Ballbehandlung hinzugefügt. Mit Complete Dribbling will sich FIFA13 zu den beiden Neuerungen einreihen, Vorbild hierbei ist der Relaunch-Titel von FIFA Street der im diesjährigen Februar erschien. Schon bei FIFA Street konnte man den Ball mit der “Street Ball”-Kontrolle besser führen und sich durch die Steuerung beider Füße besser auf dem Feld bewegen, durch Features wie der 360 Grad-Mobilität oder der verbesserten Ballkontrolle will man dies auch auf dem Feld im kommenden Titel sehen.

Wo in FIFA12 noch Tempo-Dribblings wie Pässe an der Tagesordnung standen gibt es in FIFA13 durch “Complete Dribbling” ein neues Gefühl für den Ball. Vorbei die Zeit von Skill-Moves die wie an einer Kette von einem Spieler abgerufen werden. Denn dies wird mit Complete Dribbling geändert, Ketten-Skillruns werden erschwert denn mit dem neuen Dribbling-System wird es nicht mehr möglich sein einen Trick nach dem anderen auf das Feld hinzulegen. Darüber hinaus ist auch das Precision Dribbling mit dem Complete Dribbling gut im Einklang, schnelle Richtungs-Wechsel aus dem Stand als auch die gute Ballbehandlung im Stand verhelfen dem Spieler zu besseren Spielsituationen die zusätzlich mit der Attack Intelligence genutzt werden können.

Aber nicht nur der angreifende Spieler wird dadurch unterstützt, auch die gegnerische Defensive antizipiert jetzt besser da man durch die 360 Grad-Mobilität mehr Kontrolle über seinen eigenen Laufweg hat und sich durch das zusätzlich verbesserte Stellungsspiel besser auf den Gegner einstellen kann.

Aus 2 mach 3

Aus 2 mach 3.

Neue Freistoß Taktiken

Bereits vorgestellt wurden die neuen Freistoß Taktiken für FIFA13. Mit dem neuen System wird es möglich sein einen zusätzlichen Spieler zur Standardsituation zu rufen, dieser kann wiederum selber schießen als auch einfach die gegnerischen Spieler täuschen in dem er mit einem eigenen Laufweg über den Ball steigt oder einen der Abwehrspieler auf sich zieht.

Auch für die Defensive ist bei den neuen Standards etwas getan, so wird es mit FIFA13 möglich sein mehr Spieler in die eigene Freistoß-Mauer zu beordern, das ganze kann man sogar solange anwenden bis man keine weiteren Spieler mehr hat, jedenfalls wenn man das so möchte. In der Praxis sieht das ganze recht anspruchsvoll aus und ist leicht zu lernen, dagegen aber nicht leicht auszuführen. Fakt ist die neuen Freistöße können taktisch zum Vorteil angewendet werden, jedoch nur wenn die Spieler dieses neue Feature auch so einsetzen und es nicht nur als Spielerei betrachten.

Was fiel uns sonst noch auf?

– Schiedsrichter pfiffen äußerst kleinlich.
– Schuss System an das von UEFA EURO 2012 angepasst. Finesse Schüsse somit nicht mehr so effektiv.
– Schöne neue Torhüter Animationen (Paraden)
– Geschwindigkeit ist nicht mehr alles
– Kein neu laden des Bildschirms, bei schnellen Freistößen. Spieler passen zum ausführenden Spieler zurück.
– Zur Grafik kann man noch nichts finales sagen, da diese noch vollständig ausgereift war. Allerdings kann man davon ausgehen, dass das ganze wie FIFA12 ausschauen wird. Große Veränderungen erwarten wir nicht.

Unser erster Eindruck: Für eine frühe Alphaversion kam schon eine Menge Spielspaß auf. Es bleibt abzuwarten in wie weit Electronic Arts die Fehler der aktuellen Version ausmerzt, diese minderten den Spielspaß und sorgten oftmals für großen Frust (→ Stichwort: „einfache Elfmeter“). Ansonsten lässt sich sagen, dass die Neuerungen allesamt gut und deutlich spürbar ins Spiel eingreifen und sinnvoll sind. Das Spiel spielt sich merklich anders als FIFA12.

Wenn das Entwickler Team in Vancouver ihre Arbeit gut zu Ende bringt und alle Fehler der aktuellen Version beseitigt, dann wird sich auch FIFA13 die Genre Krone des virtuellen Fußballs aufsetzen dürfen.

EA Sports sendete uns auch noch acht neue Screenshots zu, diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

© FIFABASE.de

Author: Marcel

Share This Post On

3 Kommentare

  1. Eine ganz bestimmte frage habe ich an euch : Ist die Türkische Liga dieses Jahr enthalten ?

    Kommentar absenden
    • Das ist noch nicht bekannt. Allerdings soll sich laut mehreren Quellen EA bemühen die Türkische Liga wieder ins Boot zu holen, konkretes gibt es bislang aber noch nicht.

      Sollten wir diesbezüglich Informationen haben, werden wir diese natürlich direkt hier auf FIFABASE.de posten.

      Kommentar absenden
  2. Complete Dribbling: ich konnte steuerungstechnisch keinen Unterschied feststellen, LT = enge ballführung, LB = precise drbbling, aber wie aktiviert man das Complete Dribbling?

    Kommentar absenden

Trackbacks/Pingbacks

  1. FIFA Manager 13 – Preview | FIFABASE.de - [...] dem Hause Bright Future gibt es dieses Jahr wieder einen neuen FIFA MANAGER-Titel. Neben unserem Hands On für FIFA …
  2. FIFABASE Podcast #9: FIFA 13 Hands-On | FIFABASE.de - [...] der schriftlichen Fassung von unserem FIFA 13 – Hands On bieten wir euch, wie angekündigt, natürlich auch mal wieder …
  3. E3 Pressekonferenz Erinnerung + Trailer Ankündigung | FIFABASE.de - [...] kommenden FIFA 13-Titel gelauncht wird. Wer sich bereits jetzt informieren will sollte sich unser Hands On anschauen, dort berichten …
  4. Neue EA Sports TV Folge mit FIFA 13 Gameplay | FIFABASE.de - [...] David Rutter die wichtigsten Neuerungen. Unsere persönlichen Meinungen haben wir ebenfalls in unserem Hands-On geschildert. Nun aber viel Spaß …

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>